Bönningstedt besser anbinden: Klartext mit Daniel Kölbl zur Verkehrssituation

Der Bundestagsabgeordnete Daniel Kölbl (CDU), die Kreistagsabgeordnete Martina Kaddatz (CDU) und Helge Tiemann an der Kieler Straße in Bönningstedt

Foto: Patrick Sun, Fotograf und Teamleitung Foto bei sh:z Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag GmbH & Co. KG

Heute habe ich mich mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Daniel Kölbl getroffen, um an der Bushaltebucht gegenüber dem Ostermoorweg über die Verkehrssituation in Bönningstedt zu sprechen. Mit dabei waren auch Ehrenbürgermeister Rolf Lammert und die Bönningstedter Kreistagsabgeordnete Martina Kaddatz. Schnell wurde klar: Wir reden nicht über abstrakte Verkehrsplanung, sondern über ganz konkrete Lebensrealität.

Rund 1.500 Menschen in Winzeldorf und Ostermoor sind faktisch vom öffentlichen Nahverkehr abgehängt. Das ist mir erneut bewusst geworden, als ich mit meinem Haustürwahlkampf in Bönningstedts Norden begonnen und unseren Einwohnern gesprochen habe. Wer kein Auto hat, braucht bis zu 45 Minuten zur nächsten Haltestelle – im Alltag ist das schlicht nicht akzeptabel. Ich habe selbst eine Strecke begleitet: Eine mobilitätseingeschränkte Seniorin und ich waren eine Stunde unterwegs – für einen Weg vom Ortskern bis ins Ostermoor. Das ist keine Ausnahme, das ist Alltag.

Für mich ist das keine Kleinigkeit, sondern eine Frage von Fairness und Daseinsvorsorge. Wenn ältere Menschen nicht mehr zum Arzt kommen, junge Mütter mit ihren Kindern zu Hause bleiben müssen und Auszubildende Stellen bei unseren Betrieben im Gewerbegebiet Nord ablehnen, weil der Arbeitsweg zu kompliziert ist, dann läuft etwas grundsätzlich falsch. Und ja, ich sage das bewusst deutlich: Ich habe kein Verständnis dafür, wenn auf Kreisebene schneller Gründe gefunden werden, etwas abzulehnen, als Lösungen zu entwickeln.

Die vom Kreis Pinneberg genannten 380.000 Euro für eine mögliche Kreuzung der Linien 295 und 395 über die B4 – eine absurd hohe Summe – stehen im Raum, aber bis heute ohne nachvollziehbare Erläuterung. Das reicht mir nicht. Ich werde hier dranbleiben, nachhaken und konkrete Alternativen auf den Tisch legen: Teilverbindungen, angepasste Taktungen, pragmatische Lösungen statt pauschaler Absagen. Genau das erwarte ich – und genau dafür trete ich an.

Gleichzeitig dürfen wir das größere Bild nicht aus dem Blick verlieren. Die Situation rund um die A7 ist seit Jahren angespannt. Verkehrsplaner, Stadtentwickler und Gewerbetreibende sind sich einig: Ein zusätzlicher Anschluss zwischen Schnelsen Nord und Quickborn bei Hasloh ist kein „Nice-to-have“, sondern notwendig, wenn wir die Region langfristig entlasten und entwickeln wollen. Auch die Autobahn GmbH des Bundes, die Daniel Kölbl und Quickborns Bürgermeister Thomas Beckmann hierzu gesprochen haben, steht einem weiteren Anschluss offen gegenüber.

In Quickborn droht bereits heute der Kollaps, während in Norderstedt Wiese um Wiese mit neuen Wohn- und Gewerbegebieten bebaut wird und die Standzeiten in Richtung Autobahn für alle zunehmen. Ein zusätzlicher Autobahnanschluss nördlich von Bönningstedt hätte viele Vorteile:

  • weniger Stau an den Anschlussstellen,

  • Entlastung für die B4, die Norderstedter Straße und Gemeindestraßen, die für den Durchgangsverkehr genutzt werden,

  • verlässlichere und kürzere Wege für Pendler

  • sowie bessere Bedingungen für unsere Betriebe, auf deren Gewerbesteuerzahlungen wir angewiesen sind.

Auch die Kieler Straße selbst zeigt, wie groß der Handlungsbedarf ist. Kaltasphalt ist eine kurzfristige Notlösung – mehr nicht. Wer täglich dort unterwegs ist oder dort wohnt, weiß: Wir brauchen endlich eine nachhaltige Sanierung. Auch hierfür werde ich mich einsetzen.

Was nehme ich aus diesem Termin mit? Erstens: Wir haben starke Unterstützung – auch auf Bundesebene. Zweitens: Es gibt Ideen und Lösungsansätze. Und drittens – und das ist mir am wichtigsten: Wir dürfen uns nicht länger mit dem Status quo abfinden. Wir müssen uns unsere Zukunft erarbeiten, sonst wird Bönningstedt abgehängt, sonst wird die Region abgehängt.

Als Bürgermeister werde ich genau hier ansetzen: hartnäckig, pragmatisch und mit dem klaren Ziel, Dinge zu verändern. Nicht alles wird sofort gehen, aber nichts wird sich bewegen, wenn wir es nicht aktiv vorantreiben.

Bönningstedt ist gut gelegen – aber das allein reicht nicht. Wir müssen dafür sorgen, dass alle Ortsteile tatsächlich angebunden sind. Und zwar jetzt, nicht irgendwann.

Bönningstedt, 31. März 2026
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